Familie

Kinder, Kinder.

„Deine Kinder sind aber sehr nah beieinander, oder?“ – Das ist wohl der häufigste Satz den ich in letzter Zeit immer wieder zu hören bekomme. Stimmt ja auch, allerdings bin ich  mittlerweile dazu übergegangen nur mit „Ja, stimmt“ zu antworten. Denn ich habe nämlich festgestellt, dass zwei verschiedene Gruppen existieren. Zum einen gibt es jene, die direkt nachfragen wie alt die beiden sind und wie es so mit zwei Kindern ist und zum anderen gibt es auch welche, die dann gar nichts mehr sagen oder fragen – Genau wegen dieser Reaktion es es, warum ich mich nicht mehr erklären möchte. Klar, wenn mir jemand eine Frage stellt werde ich die natürlich beantworten, aber ich werde nicht mehr auf blauen Dunst hinaus einfach erzählen wie es dazu gekommen ist. Sollen die sich doch ihren Teil denken. Wobei ich mich schon manchmal frage ob die denken das wir zu blöd zum verhüten waren. Dazu kann ich ganz klar sagen, dass beide Kinder absolute Wunschkinder sind. Am schlimmsten sind dann die, die hinter deinem Rücken ablästern. Das Stempel ich mittlerweile als Eifersucht ab, anders kann und will ich mir das einfach nicht mehr erklären. Falls sich jetzt jemand fragt wie weit Hilda und Erik auseinander sind – ein Jahr und drei 1/2 Monate.

Erst war pure Freude da, als ich erfahren hab das ich erneut schwanger war, aber irgendwann nach der zehnten Frage „Echt, du bist schon wieder schwanger?“ kam mir schon der Gedanke, ob es eine so gute Idee war so schnell noch ein Kind zur Welt bringen zu wollen. Aber mal ganz davon abgesehen das es eh zu spät zum umkehren war, habe ich mir nie gewünscht es wieder rückgängig zu machen. Die Schwangerschaft war stellenweise allerdings wirklich anstrengend, mit einem Kind das noch nicht laufen oder sich irgendwie verständlich ausdrücken konnte. Manchmal habe abends auf dem Sofa gesessen und geheult, weil ich dachte das wir es nie schaffen werden mit zwei so kleinen Kindern. Mein Mann hat mich immer wieder aufgefangen und gesagt das wir es schaffen werden. Als Erik dann geboren war wurde es nicht wirklich einfacher. Wir als Familie mussten uns neu finden und sortieren. Keine Frage, wir waren/sind überglücklich, aber ich denke jeder der ein oder mehr Kinder hat weiß was ich meine. Überhaupt wenn man Eltern wird rast einem eine Lawine aus Verantwortung, Liebe und Emotionen entgegen, die man erst einmal verarbeiten muss. Beim zweiten Kind ist es nicht anders, bis auf die Verantwortung. Das Gefühl verändert sich gar nicht mehr groß. Daran hat man sich eigentlich schon gewöhnen. Da Erik so schnell nach kam, waren wir auch noch ziemlich geübt in Sachen Neugeborene. Wenn ich mir vorstelle erst in ein paar Jahren unser zweites Kind zu bekommen, wäre ich in den ersten Tagen wieder total verunsichert. Ich merke ja jetzt schon wie schnell man die kleinen Dinge vergisst, wenn man sich die nicht aufschreibt. Erst spricht man von Schwangerschaftsdemenz, dann von Stilldemenz und ich bin der Meinung das es auch noch Elterndemenz gibt. Ich kann mir wirklich gar nichts mehr merken. Alles muss ich aufschreiben und ich bin der starken Meinung das ich mir früher ziemlich viel merken konnte. Oder liegt es vielleicht daran, dass ich älter geworden bin? Wobei – 26 kann man ja wohl noch nicht wirklich als alt bezeichnen.

Apropos merken. Hilda wird sich wohl nicht mehr daran erinnern können das sie mal alleine war. Ich denke deswegen gab es am Anfang auch nie wirkliche Eifersuchtsprobleme. Die gibt es heute eigentlich auch nicht, bis auf die obligatorischen Süßigkeiten- oder Spielzeugkabbeleien. Das wirklich anstrengende an den beiden ist momentan, dass Hilda im „terrible twos“ Alter ist und Erik möchte verständlicherweise Aufmerksamkeit haben. Die bekommt er natürlich auch, aber er ist halt das zweite Kind und man kann nicht mehr seine komplette Zeit nur in ein Kind investieren. Da muss man als Mama oder Papa manchmal ganz schön zusehen das alles gerecht verteilt wird. Nicht nur Hilda kann sich an ihr erstes Jahr alleine wohl kaum noch erinnern, bei mir ist es auch schon so, dass ich mich nicht wirklich mehr an die Zeit nur mit einem Kind erinnern kann. Die letzten Tage habe ich viel darüber nachgedacht und denke das es positiv ist. Genauso wie ich es positiv finde das meine Kinder so nah bei einander sind. Die Traumvorstellung ist natürlich dass die beiden später miteinander spielen werden, wahrscheinlich werden sie sich aber nur die Köpfe einschlagen. Selbst dann werde ich sagen, dass es die beste Entscheidung gewesen ist, die wir wohl je getroffen haben.

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